Entwicklung der Physiotherapie

Neben den verschiedenen Kleinprojekten zur Förderung von Kranken, Behinderten und notleidenden Menschen und Kindern liegt uns, motiviert durch die mehrjährige physiotherapeutische Arbeit von Christina Vomhof im Nepal Medical College (NMC) und später von Sabine Dreemann im CP-Center, die generelle Entwicklung dieses, gerade für ein Land wie Nepal so wichtigen Bereiches sehr am Herzen.

Der Aufbau der Physiotherapie Abteilung im NMC und die 3 jährige  klinikinterne Ausbildung von NepalesInnen, wurde noch vor Gründung der "Siddhartha - Hilfe für Nepal"  wurde von 1999 bis 2002 durch viele helfende Hände aus Deutschland unterstützt, fachlich, organisatorisch und finanziell.

Physiotherapie in so genannten Drittweltländern wird oft als Luxus betrachtet. Denkt man dabei an angenehme Massagen, Fitnesstraining und Rückenschule, mag das zutreffen; denkt man an die Förderung schwer behinderter Kinder und an die Rehabilitation von Unfallopfern, sieht es anders aus. Durch einfache rehabilitative Maßnahmen kann Leben verändert und Zukunft geschenkt werden: Ein Mensch, der nach einem schweren Unfall wieder laufen oder seine Arme und Hände bewegen lernt, ist in der Lage zu arbeiten, kann seine Familie ernähren -  in einem Land, in dem es keinerlei Sozialversicherungen gibt, ist dies ausschlaggebend für das Überleben.

Im vorletzten Jahr gab es zwei entscheidende Schritte in der Entwicklung der Physiotherapie in Nepal:

1)     Es gründete sich eine offizielle Vereinigung der wenigen Physiotherapeuten im Land, um der Physiotherapie eine offizielle Stimme zu verleihen. Im letzten Jahr wurde die "Nepal Physiotherapy association" (NEPTA) offizielles Mitglied im Weltverband für Physiotherapie .

2)     Im September 2002 startete die erste offizielle Ausbildung für Physiotherapeuten mit einem Zertifikatskurs am Dhulikhel Medical Institut in Zusammenarbeit mit der Kathmandu University.

An diesem Kurs unterrichten westliche 4 Lehrer aus Australien, Kanada, USA und Schweiz / Deutschland, ein nepalesischer Teilzeitlehrer und das Team der Kathmandu University. 
Wir sind besonders nah mit diesem Kurs verbunden da Sabine Dreemann, Vorstandsmitglied SHFN, unterstützt durch den "Verein zur Förderung der Physiotherapie in Nepal (VFPN) aus der Schweiz seit August 2005 als Lehrerin mitwirkt. Von 2003 bis 2004 unterrichtete Christina Vomhof (Vorstandsmitglied SHFN) ebenfalls gefördert durch den VFPN die neuen PhysiotherapiestudentInnen.

Das NMCist inzwischen mit Ms. Kushma Bhattarai als Betreuerin, (sie wurde im klinikinternen Programm des NMC von 1999 bis 2001  ausgebildet), zum Praktikumsplatz geworden. Pushpa Kayastha, ebenfalls ehemalige Schülerin im NMC, betreute bereits ein Praktikum im "Nepal Model Hospital". Kushma wird ab dem kommenden Schuljahr zusätzlich stundenweise als Lehrerin für den Physiokurs arbeiten. Der lang ersehnte Weg, die langfristige Lösung konnte endlich starten und steht auf einer sicheren und breitgefächerten Basis!  Im September 2005 wird es die ersten "neuen" Physiotherapeuten geben. Damit wird die "rehabilitative Engpassituation" zumindest in Kathmandu bald behoben werden können. Da die Physioschüler aus verschiedensten Teilen des Landes kommen und aus unterschiedlichsten sozialen Schichte und Volksgruppen  stammen, wird die Physiotherapie auch in entfernteren Distrikten und kleineren Krankenhäusern die Chance haben, sich langsam zu etablieren.
Ein Studium kostet in Nepal, ebenso wie die Schulbildung, Gebühren. Oft sind diese von einfachen Familien kaum aufzubringen.
Wir unterstützen die Entwicklung der Physiotherapie weiter durch die finanzielle Förderung von Subarna Thapa und Sama Battharai, zwei jungen Frauen, die am Physiotherapie Kurs des DMI teilnehmen.

Text:   Christina Vomhof