Patenschaften für Kinder

Die Patenschaften für Kinder sind eines der Kernprogramme der "Siddhartha-Hilfe für Nepal e.V." Beginnend 1996 mit einer privat organisierten Patenschaft für 2 Kinder kamen immer mehr Kinder und Paten hinzu.  Inzwischen werden 30 Kinder, behinderte und nichtbehinderte Kinder, in Kathmandu, Dhulikhel, Taplejung und Tanahun finanziell unterstützt. Nur diese Hilfe von außen ermöglicht ihnen überhaupt den Schulbesuch.

In Nepal herrscht in den meisten Distrikten keine Schulpflicht. Der Grund ist nach wie vor ein  Mangel an Schulen. Die Analphabetenrate liegt nach wie vor sehr hoch. Bei Frauen um die 70%, bei Männern um die 40%. Erschwerend für die Schulbildung ist die Erreichbarkeit von Schulen, in den Bergregionen müssen Kinder oft stundenlange Fußmärsche auf sich nehmen, um die nächste Schule zu erreichen. In manchen Regionen ist es unmöglich. Das aktuelle politische Problem in Nepal erschwert die Lage zusätzlich: wegen der maostischen Rebellen wurden in vielen Gebieten Schulen geschlossen. Zusätzlich sind alle Schulen landesweit immer wieder durch diverse, von den maoistischen Rebellen ausgerufenen Streiks betroffen und in ihrer Arbeit eingeschränkt. Immer wieder werden sogar ganze Schulklassen und Lehrer entführt.

Ist eine Schule erreichbar und wollen Eltern ihr Kind in die Schule schicken (auch das ist nicht immer so, denn dieses Kind fällt in der Schulzeit als Arbeitskraft und Mitverdiener aus), müssen Schulgebühren bezahlt werden. An staatlichen Schulen beläuft sich die Gebühr auf Prüfungsgebühren und ist sehr gering. Es besteht jedoch Uniformpflicht und Bücher und Schreibmaterial wollen ebenfalls gekauft sein. Leider ist es so, dass die Qualität der staatlichen Schulen sehr schlecht ist, die Lehrer haben eine mangelhafte Ausbildung, meist haben sie selber die Schule nur bis zur 10. Klasse besucht. Da die Gehälter der staatlichen Schulen nicht zum Überleben reichen, verdienen sich die meisten Lehrer noch etwas dazu, d.h. ihre Aufmerksamkeit ist nicht ungeteilt bei den Kindern. Zum Beispiel sind Lehrer an vielen Dorfschulen zugleich auch Bauern und müssen zu bestimmten Zeiten ihre Felder bewirtschaften - zu Lasten des Unterrichts. Einige der von uns geförderten Kinder besuchen staatliche Schulen, meist dann, wenn es keine andere Möglichkeit im erreichbaren Umkreis der Kinder gibt. So die meisten Kinder in Taplejung und Tanahun. Unsere Förderung beinhaltet die anfallenden Gebühren sowie Bücher und Schreibmaterial sowie Uniform (oft die einzige wirkliche Kleidung der Kinder) und Schultasche. Diese Summe, ca. 75 Euro im Jahr, wird von unseren Mitarbeitern in Nepal (teilweise durch Christina Vomhof selber) an die Schulen bezahlt. Hefte und Bücher werden direkt an die Kinder ausgegeben, Uniformen direkt für die Kinder geschneidert. Geld für die Schulausbildung der Kinder gelangt nicht in die Hände der Familien, da es dort leicht für andere Dinge gebraucht wird.    

Private Schulen sind in der Qualität oft sehr viel besser, die Preise solcher Schulen variieren sehr stark. Die von uns geförderten  Kinder in Kathmandu und Dhulikhel gehen auf gute, aber im Vergleich noch günstige Privatschulen. Diese sind mit Hilfe unserer nepalesischen Mitarbeiter im Hinblick auf die Qualität und die Erreichbarkeit ausgewählt worden.  Für diese Kinder finanzieren wir die gesamten Schulgebühren (Einschreibegebühr, monatliche Gebühr, Prüfungsgebühr 3mal im Jahr) sowie Schreibmaterial, Bücher und Uniform. Im Unterschied zu den staatlichen Schulen beginnen die privaten Schulen mit 3 Vorschulklassen (nursery, lower kindergarten, upper kindergarten) und starten erst dann mit der ersten Klasse. Das Niveau der privaten Schulen ist so sehr viel höher und bei der landeseinheitlichen Abschlußprüfung, dem "school leaving certificate" (SLC) haben Schüler aus staatlichen Schulen nur wenig Chancen. Die Gebühren für private Schulen sind, wie gesagt, unterschiedlich, belaufen sich im Schnitt aber auf 15-20 Euro monatlich.

Einige der von uns geförderten Kinder leben zusätzlich in einem Internat. Ihre häusliche Situation ist so schlecht, dass eine familienexterne Unterbringung erforderlich wurde: ein 8qm großes dunkles Zimmer ohne Fenster für eine Familie mit mehreren Kindern, ein einziges Bett, eine kleine Feuerstelle, kein Licht, kein regelmässiges Essen, Gewalt.

In Kathmandu leben 3 Kinder in einem Internat. In Dhulikhel sind 8 Kindern in einem eigenen Kinderhaus untergebracht. Die Kosten für eine Internatsunterbringung belaufen sich um die 50 Euro monatlich. Darin enthalten sind die Unterkunft, das Essen und die Betreuung der Kinder. Die von uns ausgewählten Internate bieten den Kindern ein wirkliches neues Zuhause!


Text:  Christina Vomhof


Geschichten einiger unserer Patenkinder finden Sie auf unserem Weblog:
nepalhilfe.blogspot.com