Unterstützung von Kindern mit Zerebralparese Shanti ist ein Mädchen aus dem Distrikt "Solu Khumbu", dem "Everestgebiet". Sie leidet an einer frühkindlichen Hirnschädigung. Die Familie, wegen der Behinderung Shantis vom Vater verlassen, kämpft ums Überleben und ist ein Beispiel dafür, wie Menschen trotz absoluter Armut und schlimmster sozialer Demütigung freundlich und hoffnungsfroh, fürsorglich und liebevoll miteinander umgehen können. Für eine Familie, die mit dem Schicksal leben muss, ein schwer behindertes Kind zu haben, ist es in Nepal neben aller existenziellen Schwierigkeiten vor allem gesellschaftlich nicht einfach. Behinderung bedeutet, eine "Strafe der Götter" zu bekommen, und die Familie wird von ihrer Umgebung sofort mit einiger Skepsis betrachtet. Zum Glück ändert sich mit zunehmender Bildung dieses Bild - dennoch: die traditionellen und kulturellen Strukturen sitzen tief. In Kathmandu gibt es inzwischen zahlreiche lokale Organisationen, die sich für behinderte Menschen einsetzen, die das englische Wort "disabled" zu "differently abled" umformulieren und so den ganz speziellen Wert behinderter bzw. eben "auf andere Art befähigter" Menschen unterstützen und fördern. So auch das kleine Zentrum für hirngeschädigte Kinder, die "selfhelpgroup for cerebral palsy", das sogenannte "CP-Center". In diesem Zentrum kümmern sich dort angelernte Therapeuten um Kinder, die durch die schlechten Bedingungen ihrer Mütter während der Schwangerschaft, durch fehlende medizinische Hilfe bei der Geburt mit daraus resultierendem Sauerstoffmangel oder durch unbehandelte frühkindliche Infektionen eine Hirnschädigung erlitten haben und nun vor allem an motorischen Störungen wie Spastiken, Koordinationsstörungen leiden. Viele dieser Kinder können nicht sprechen und haben Schwierigkeiten beim Schlucken, so daß oft sofort das Bild einer geistigen Behinderung gezeichnet wird. Diese Schwierigkeiten beruhen aber unter anderem auf der fehlenden Zungenkoordination. Die meisten Kinder sind geistig normal entwickelt, was sie zu Gefangenen im eigenen Körper werden läßt. Das "CP-Center" fördert diese Kinder in Kathmandu durch ein kleines Reha-Zentrum für physiotherapeutische und ergotherapeutische Behandlungen und eine spezielle Förderschule. Außerhalb der Stadt betreut das Zentrum Familien und betroffene Kinder in Form eines "out reach program" durch Hausbesuche. Zu diesem Programm gehören 18 Distrikte, von denen die "Siddahrtha - Hilfe für Nepal e.V." 3 Distrikte, d.h. 150 Kinder! fördert: Dhankuta, Jhapa und Sunsari im Osten Nepals. Sabine Dreemann eine deutsche Physiotherapeutin, Mitgründerin und Vorstandsmitglied der "Siddhartha - Hilfe für Nepal" hat, inspiriert durch ihre Erfahrungen im Bir Hospital, ihre kindertherapeutische Praxis in Deutschland aufgegeben und ist nun in Nepal ehrenamtlich für das "CP- Center" tätig. Durch sie bekommen wir einen noch besseren Einblick in die Arbeit der therapeutischen Hausbesucher in den Distrikten. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die fachliche Qualität in der täglichen Arbeit zu verbessern sowie Fortbildungen zu organisieren. Text: Christina Vomhof Aktuelle Berichte über die Arbeit am CP-Center finden Sie auf unserem Weblog: nepalhilfe.blogspot.com |

