Volontäre für therapeutische Einrichtungen Das Bir Hospital zählt zu den ältesten und bekanntesten Krankenhäusern Nepals. Die Klinik ist unter staatlicher Trägerschaft und befindet sich im Herzen Katmandus. Alle medizinischen Fachbereiche werden hier versammelt, die Qualität der ärztlichen Behandlungen ist oft sehr gut. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings die mangelnde Hygiene, die Menschenmengen vor den Sprechzimmern, die überfüllten und schmutzigen Krankenzimmer. Unser erster Kontakt ins Bir Hospital kam durch Siddhartha, dem kleinen Jungen, der unter anderem der Namensträger unseres Vereins ist: Siddhartha litt an einem großen Tumor der dem Rückenmark auflag, seine Wirbelsäule verformte und ihn nahezu querschnittsgelähmt machte. Siddhartha konnte, finanziert durch Spenden aus Deutschland, auf der neurochirurgischen Abteilung des Bir Hospitals von Dr. Upendra Devkota und Dr. Prakash Bista erfolgreich operiert werden. Für die physiotherapeutische Nachbehandlung kam Christina Vomof täglich, über mehrere Wochen, auf diese Station. Das Bir Hospital verfügt zwar über eine eigene Physioabteilung, die aber vollkommen überlastet ist: zwei, nur unvollständig ausgebildete Therapeuten, betreuen den stationären Bereich mit mehreren hundert Betten und eine stark frequentierte Ambulanz. In die Neurochirurgische Abteilung verirren sie sich selten. Die u.a. physiotherapeutische Bedürftigkeit aller dort liegenden Patienten war schnell klar. KollegInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz konnten für einen ehrenamtlichen Einsatz zur Behandlung der Patienten gewonnen werden. Die Situation der Physiotherapie in Nepal ist leider im gesamten noch sehr unzureichend: 2001 gab es keine Physiotherapieausbildung in Nepal, nur eine Handvoll qualifizierter Therapeuten und einige "Physioassistenten". Im Sommer 2002 startete der nun einzige Physiokurs am Dhulikhel Medical College in Zusammenarbeit mit der Kathmandu University. Seit dem Frühsommer 2001 helfen wir durch direkte Behandlungen am Patienten, zumindest den Menschen, die auf der nahezu einzigsten neurochirurgischen Abteilung Nepals liegen. Unser Ziel war es, dies so lange zu tun, bis der entsprechende "physiotherapeutische Nachwuchs" ausgebildet ist bzw. uns durch Praktikumbetreuungen im Bir Hospital daran zu beteiligen. Nach vielen Gesprächen, vielversprechenden Zusagen und Motivation der Leitung der neurochirurgischen Abteilung müssen wir dennoch feststellen, dass unser Plan so nicht aufgeht. Der administrative Apparat des Krankenhauses ist rigide und es spielen, für uns nicht nachvollziehbare Hindernisse eine bedeutende Rolle. In den letzten 4 Jahren haben viele Patienten von der Hilfe unserer Volontäre profitiert und es wurde intensiv zur Etablierung des Faches Physiotherapie beigetragen. Ohne langfristige und nachhaltige Perspektive scheint uns die Vermittlung von Volontären in dieses Krankenhaus nun weniger sinnvoll und wir verlagern unsere Einsatzbereiche auf andere Institutionen wie z.B. das Zentrum für zerebralparetische Kinder, über das an einer anderen Stelle auf dieser Seite berichtet wird. Ziele sind: Supervision, Beteiligung an Workshops, Praktikumbetreuung, fachliche Unterstützung Wir suchen Physiotherapeuten, die Lust haben mindestens 3 bis 5 Monate mit und für die Menschen in Nepal zu arbeiten. Als Voraussetzung sehen wir eine gewisse Berufserfahrung. Wir wollen damit niemanden demotivieren und entmutigen, sondern sprechen aus der Erfahrung, dass sich diese Art von Arbeit nur mit einer gewissen fachlichen Sicherheit und Erfahrung bewältigen lässt. Hilfreich sind Erfahrungen im neurologischen und pädiatrischen Bereich, entsprechende Fortbildungen sind von Vorteil. Des weiteren ist ein selbständiges Arbeiten unbedingte Voraussetzung, ebenso gute Englisch - Kenntnisse und die Bereitschaft, während des Aufenthaltes ein paar Worte Nepali zu lernen. Die Arbeit ist ehrenamtlich, d.h. "Siddhartha - Hilfe für Nepal e.V." und die verschiedenen Institutionen vor Ort sind leider nicht in der Lage, ein Gehalt, Reisekosten und Unterkunft/Verpflegung zu bezahlen. Wir stellen aber in Kathmandu eine eingerichtete Wohnung mit westlichem Standard im Stadtteil Dhobigat zur Verfügung, die jetzt von Volontär zu Volontär weitergegeben und gemietet (85 Euro im Monat) wird. Unser nepalesischer Mitarbeiter Khem Niroula und deutsche Freunde geben erste Orientierungshilfen vor Ort und reichen helfende Hände. In den letzten zweieinhalb Jahren haben insgesamt ca. 25 deutsche KollegInnen in drei- bis fünfmonatigen Aufenthalten ihre Erfahrung auf eine, in westlichen Ländern nicht mögliche Art und Weise erweitern und gleichzeitig auf eine einzigartige Weise in eine fremde Kultur eintauchen können. Ich bedanke mich für die tolle Unterstützung der Patienten des Bir Hospitals und anderer Institutionen ganz herzlich bei: Sabine, Cordula, Christiane, Susanne, Alexandra, Daniela, Gesine, Ida, Bettina, Belma, Ulrike, Thomas, Antje, Tina, Yoyo, Hubertus, Bettina, Nicole, Barbara, Timo und Katharina, Sandra, Karina und Almut. |
